Ratsprotokolle

Das Staatsarchiv bewahrt die Protokolle des Regierungsrates (Kleiner Rat, auch «beide Räte» genannt, ab 1381) und des Kantonsrates (Grosser Rat, auch «Räte und Hundert» genannt, systematisch ab 1721 zuvor fragmentarisch) vollständig auf. Protokolle bis 1798 sind ab Mikrofilm digitalisiert und über den digitalen Lesesaal einsehbar.

Regierungsratsprotokolle

Die Protokolle der politischen Entscheidungsträger des Kantons sind als durchgehende Serie von 1381 bis heute überliefert. Die Ratsprotokolle (RP) des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts sind dabei nicht im engeren Sinne Protokollbände sondern enthalten als Kanzleibücher u.a. auch Bussenlisten, Ämterlisten und Urkundenabschriften. Im 16. Jahrhundert wurden zeitweise zwei parallele Serien geführt, eine über Sitzungen im Rathaus («Auf dem Rathaus») und die andere über die Sitzungen im Franziskanerkloster («Zu Barfüssern»). Teilweise enthalten die Bände vor 1721 auch Protokolle des erweiterten Rates («Rät und Hundert»).

Ab 1721 wurden sowohl separate Protokolle für "Rät und Hundert» (RT) als auch Staatsprotokolle (RS) geführt. In den Staatsprotokollen agierte der Rat als Repräsentant des Stadtstaates Luzern (z.B. bei Beziehungen nach Aussen), während innerkantonalen und stadtluzernischen Geschäfte in den regulären Ratsprotokollen festgehalten wurden. Im Rahmen der politischen Umwälzungen der Helvetik wurden alle bestehenden Räte für die Jahre 1798 bis 1803 durch die Verwaltungskammer abgelöst (RQ). Alle Bände bis und mit 1803 wurden ab Mikrofilm digitalisiert und sind über den digitalen Lesesaal einsehbar.

Mit Kantonsgründung 1803 wurde wiederum ein kleiner bzw. täglicher Rat eingeführt, welcher 1841 in Regierungsrat umbenannt wurde (RR). Die Protokolle wurden bis 1869 handgeschrieben, seit 1870 werden sie gedruckt. Für die Jahre 1909 bis 1923 sind über die Suche die einzelnen Beschlüsse (RRB) auffindbar. Die Signaturen der Teileinheiten enthalten jeweils den Jahrgang und die Seitenzahl des Beschlusses, welche Sie bei uns im Lesesaal einsehen können.

Moderne Regierungsratsprotokolle

Die Regierungsratsprotokolle werden heute noch weitergeführt und sind im physischen Lesesaal einsehbar. Auf Grund des Inhaltes der Bände haben sie eine verlängerte Schutzfrist von 70 Jahren (vor der Änderung des Archivgesetzes 2019 öffentliche Bände, bis 1948) respektive 100 Jahren (ab 1949).

Kantonsratsprotokolle

Bis 1721 wurden die erweiteren Sitzungen der "Rät und Hundert" nicht in eigenen Protokollbändern abgelegt, sondern sind innerhalb der Ratsprotokoll-Serie (RP) erfasst, weshalb die Serie der Protokolle des Grossen Rates erst 1721 (RT 1 und 2) einsetzt. Ab Ende der Helvetik sind die Protokolle des Grosse Rat, ab 2008 Kantonsrat genannt, im Staatsarchiv durchgehend bis zur Einstellung 2015 unter der Signatur "RT" vorhanden. Verhandlungen bzw. Protokolle ab 1995 können Sie über die Staatskanzlei online durchsuchen.

Neben den Protokollbänden sind seit 1960 zu den einzelnen Verhandlungen auch Verhandlungsunterlagen (RZ) bzw. Sessionsakten (A 1574, A 1642, A 1748) in unserem Lesesaal einsehbar. Ab 1973 sind Kommissionsprotokolle gesondert verzeichnet (RZ 30, RZ 33, A 1665).

Publizierte Verhandlungen des Grossen Rates

Die publizierte Version der Protokolle des Grossen Rates, ohne die in den archivierten Protokollbänden enthaltenen Begnadigungen und Absenzen, sind in unserer Fachbibliothek unter der Signatur J.a. 2 öffentlich einsehbar. Die Staatskanzlei stellt die Protokolle ab 1995 bis Juni 2015 auch online zur Verfügung.